Zum Inhalt springen

Angriff auf die Talsperre

Heute vor 75 Jahren griffen britische Bomber die Möhnetalsperre und weitere Talsperren an, um die Rüstungsbetriebe lahmzulegen. Die Flutwelle erreichte das Ruhrgebiet.

Neben vielen weiteren Opfern der Katastrophe ertranken in Neheim Hunderte Zwangsarbeiterinnen in ihrem Barackenlager direkt an der Möhne, als die Flutwelle es zerstörte. Die Künstlerin Astrid Breuer hat ihr Atelier in einem alten Fabrikgebäude, in dem die Zwangsarbeiterinnen arbeiten mussten. Auf ihre Initiative hin haben sich 17 Jugendliche der Stadt künstlerisch mit den Portraits von 17 Opfern auseinandergesetzt, auf der Grundlage von authentischen Passfotos von den Personalakten. (Sie tragen den handschriftlichen Vermerk »Entlassungsgrund: bei Wasserkatastrophe ertrunken«.)

Meinen Roman zum Thema, »Nachtauge«, stelle ich am 8. Juli, 11:00 Uhr, im Kunst-Werk in Arnsberg-Neheim vor, nur wenige Schritte entfernt von dem Ort, wo das Zwangsarbeiterinnenlager sich befand. Dort sind auch die Kunstwerke der Jugendlichen ausgestellt.

Wer sich auf spannende Weise mit dem Thema auseinandersetzen möchte, ist herzlich eingeladen zur Lesung und zur Ausstellung.

Ein besonderes Konzert

Bei diesem Konzert werde ich Tränen vergießen, das weiß ich schon jetzt.

Ehemals gespielt in Auschwitz, Buchenwald und Dachau, sind die »Violinen der Hoffnung« Zeitzeugen des Holocaust. Darüber haben Christa Roth und ich das Buch »Geigen der Hoffnung« geschrieben. Nun werden am Sonntag, den 18. Februar, erstmals acht dieser Violinen in Dachau gespielt, unter anderem vom weltweit renommierten Geiger Gil Sharon und von Loka Salzmann, dessen Vater im KZ Dachau inhaftiert war. Das Konzertprogramm orientiert sich an der Musik, die damals im Konzentrationslager gespielt wurde.

Vorab findet am 16. Februar um 20 Uhr in der Stadtbücherei eine Lesung statt, bei der ich die Geschichte aus »Geigen der Hoffnung« vorstelle. Hier wird die Dachau-Geige spielen, die uns zum Buch inspirierte. Ebenfalls bewegend: Die Adresse der Stadtbücherei lautet Max-Mannheimer-Platz 3. Max Mannheimer war Häftling im KZ Dachau.

Wie gewinnen wir die Buchleser zurück?

Ich liebe Computer. Seit meiner Kindheit schon. Und ich besitze ein gutes, modernes Smartphone. Aber ich liebe auch Bücher. Wenn ich in der U-Bahn die Reihen der Leute entlangblicke und sehe, dass zwei von hundert ein Buch lesen und achtzig andere in ihr Smartphone blicken, mache ich mir Sorgen.

Eine aktuelle Studie stellt fest, dass wir seit 2012 mehr als 6 Millionen Buchleser verloren haben. Dazu sinken die Auflagen nahezu aller Zeitungen. Die Fähigkeit, sich auf einen längeren Text zu konzentrieren, geht verloren. Das ist ein herber Verlust: Größere Zusammenhänge lassen sich nicht in fünf Zeilen darstellen.

Ich will das entspannende, entschleunigende Vergnügen nicht verlieren, das sich – zumindest für mich – nur beim Lesen eines guten Buchs einstellt. Und ich würde mir wünschen, dass es auch die anderen nicht verlieren.

Wie gewinnen wir die Nichtleser zurück?

Buchmesse

Am Donnerstag, den 12.10., findet ihr mich von 16-17 Uhr am Stand des Blessing Verlags, Halle 3.0 F20. Kommt gerne vorbei, und wir plaudern ein bisschen!