Willkommen an meinem Schreibtisch. Hier berichte ich davon, wie ein Roman entsteht, erzähle Erlebnisse von Lesereisen und andere Details des Traumberufs Autor. Wer möchte, kann mit diesem Link ein Newsfeed abonnieren.
Fotoshooting mit Schnecken

Auf dem Weg zum Fotoshooting habe ich heute drei Schnecken "eingefangen" von einem unbewohnten Grundstück in meiner Straße (manchmal kauere ich dort am Gartenzaun und beobachte sie). Habe sie in eine Dose getan mit feuchtem Moos und Löwenzahnblättern. Das war nicht mit der Fotografin abgesprochen, dass ich Schnecken mitbringe, eine schöne Überraschung! Es sind tolle Bilder geworden, die Schnecken haben mitgespielt. Sandra Weniger und ich haben hinterher beim Anschauen der Bilder gelacht, als ich bei einem Foto sagte: Da guckt die Schnecke nicht richtig.
Vier Stunden Shooting, 500 Bilder, auch andere lustige: Mit Buchstabennundeln auf der Zunge, barfuß vorm Spiegel, oder auf die wuchtigen Bücher gestützt, die sonst meinen Bildschirm tragen ...
Ende August werden sie auf der Website erscheinen. Ich sage hier Bescheid!
Dankeschön

Was war das? Irre viele von euch waren gerade bei der Livestream-Lesung dabei. Und ihr habt mich mit netten Fragen förmlich umgehauen! :) Twitter gibt stündlich die Top-Themen bekannt. Heute 20:00 Uhr waren wir auf Platz 1, vor iPhone, BP und RTL, weil ihr so wild getwittert habt. Ha! DANKE!

Wer die Lesung verpasst hat, kann sie sich jederzeit bequem auf den Bildschirm holen, ohne Anmeldung, ohne irgendwas zu installieren: Hier bei LovelyBooks.
Livestream-Lesung am 19. Juli
Ich werde oft gefragt: Wann kommst du mal für eine Lesung in meine Stadt? Am Montag (19.07., 19:00 Uhr) lese ich bei jedem, der will, im Wohnzimmer. LovelyBooks hat mich zu einer Livestream-Lesung aus der Jesuitin eingeladen. Ich werde ca. 30 Minuten plaudern und lesen, und ihr könnt Fragen stellen via Facebook oder Twitter, die ich in die Kamera beantworte. Keine Scheu, macht mit! Ich freue mich auf euch.
Zum Stream (nach dem Event wird die Lesung weiter abrufbar bleiben).
Fünfte Auflage

Glückliche Momente im Autorenleben: Der Postbote brachte heute unerwartet ein Päckchen mit der 5. Auflage meines Romans "Die Todgeweihte". Das Buch läuft und läuft und läuft. Was kann man sich besseres wünschen?
Telefoninterview

Ein Telefoninterview mit "hear a story" über Liebesgedichte, Schreibrituale und die "Jesuitin von Lissabon". An die Hintergrundmusik muss man sich erst gewöhnen, aber davon abgesehen ist es ein launiges Gespräch geworden.
Küstenlinien, Straßen und Gebirge

Ein Nachtfalter hat sich in mein Zimmer verirrt. Ein häßliches, dunkles Flattervieh. Ich sehe es mir an, die kleinen Augen, die Fühler, die braunen, gemusterten Flügel. Es ist ein Eulenfalter, eine Gammaeule. Das Tierchen sieht dumm aus.
Ich fange es mühelos mit einem Glas ein, öffne das Fenster und lasse es frei. Das Tier flattert zu einem Busch und versteckt sich.
Neugierig geworden, lese ich nach – und bin verblüfft. Eulenfalter sind keineswegs dumm! Mein Tierchen merkt sich Küstenlinien, Straßen und Gebirge, und reist hunderte Kilometer, sogar über die Alpen. Wenn der Wind es von seinem Weg abbringt, gleicht es das aus, indem es sich am Stand der Sonne orientiert, bis wieder bekannte Gebiete in Sicht kommen.
Unterschätze niemals ein kleines Tier.
Maschinen kotzen Öl und Staub und Rauch

Lest ihr Gedichte? Nein? Ihr verpasst etwas. Mein Lieblingsdichter und Freund Andreas Noga hat einen neuen Lyrikband veröffentlicht, Lücken im Lärm. (Andreas ist das auf dem Bild.) Hier zwei Kostproben:
rost im mund
vor dem fenster wird dem morgen
die haut abgezogen
maschinen reißen röhren rotzen
kreischen knirschen kotzen
öl und staub und rauch
alle eisenteile sind wach
ich (hatte geschlafen)
bin es jetzt auch
schneedecke
mit dem rolladengurt belichten wir
das fenster sehen hinaus:
der gefallene schnee ist auferstanden
in ruinen im laublosen brüchigen garten
der mit schlafmützen auf zweigen
den morgen abfedert
wir bleiben im haus halten uns hin
unter der weißen decke
verborgen wie gras
über die weiche straße (fast zärtlich)
tasten schüchtern
die vehikel
Lücken im Lärm kann direkt beim kleinen Verlag Silver Horse Edition bestellt werden und kostet bescheidene 6,80 Euro. Die Gedichte werden euch gut tun!
Mein Leben wird reicher durch das Schreiben
Um das Schreiben, den Buchmarkt und die Zukunft im Internet geht es im Doppel-Interview, das André Hille von der Textmanufaktur mit Kathrin Lange und mir führte.
Eine Handvoll Federn

Ich liebe es, wie die Vögel jeden Morgen vor meinem Fenster pfeifen, das war im Winter nicht so. Die kleinen geflügelten Sänger sind so schmächtig, kaum eine Handvoll Federn und Knochen und ein dünner Körper, aber sie singen mit Kraft, ohne Hemmungen, mutig in den Tag.
Gestern und heute habe ich die Druckfahnen für Das kleine Buch vom Alltagsglück durchgesehen und sie soeben weggeschickt. Das Buch enthält viel Persönliches – aber das finde ich gut. Lese selbst auch gern Bücher, in denen der Autor Bezug auf seinen Alltag nimmt. (Zuletzt das hervorragende A Million Miles in a Thousand Years von Donald Miller.)
Das kleine Buch vom Alltagsglück erscheint im August. Zum Vorfreuen schon mal das Cover.

Zeugnisnoten

Vor 110 Jahren gab es im Zeugnis Noten für:
Reinlichkeit
Ordnungsliebe
Aufrichtigkeit
Gehorsam
Verträglichkeit
Aufmerksamkeit
Denken
Sprechen
Schulbesuch
Hausfleiß
Kenntnisse
Und Schläge mit dem Rohrstock, wenn man nicht brav war.
Ob sich in nochmal 110 Jahren das Zeugnis und der Schulunterricht genauso verwandeln?




